Juni 2010: LIFE macht's möglich!
Das alles ist möglich geworden, weil es das Programm LIFE der Europäischen Union (EU) gibt. LIFE fördert mit finanzieller Unterstützung die Schaffung von Schutzgebieten. Flächenkauf und praktische Umbauarbeiten, wie hier in der Hammer Lippeaue geschehen, wird von der EU mit 50 % der Investitionssumme von 5,5 Millionen Euro unterstützt, 40 % steuert das Land NRW bei, 10 % wird von der jeweiligen Kommune getragen. Dazu kann die Kommune Projektpartner einbinden. In Hamm sind dies der Lippeverband, der Kreis Warendorf und die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (ABU) aus dem Kreis Soest; Letztere arbeitet wie eine Biologische Station und verfügt aber über eine mehrköpfige Zahl von hauptamtlich arbeitenden Fachleuten aus dem Naturschutzbereich. Das Programm LIFE gliedert sich in der Lippeaue zwischen Schloss Heessen und der östlichen Stadtgrenze in fünf Maßnahmenblöcke.
So war es möglich, die Ufer der Lippe wieder von Steinpackungen zu befreien, die die Dynamik des Flusses verhinderte, die Lippe bis zu acht Meter vertiefte und die Fließgeschwindigkeit erhöhte. In früheren Jahren war die Lippe ein flacher Fluss, der an einigen Stellen sogar ein Durchwaten ermöglicht hatte. So konnten heute wieder die Steilwände früherer Jahre entstehen, die Eisvogel und Uferschwalbe Lebensräume bietet und von diesen Arten auch sofort im ersten Jahr als Bruträume angenommen worden sind. Neue Flutmulden konnten angelegt werden, die sich bei Hochwasser auf natürliche Weise mit Lippewasser füllen werden. Durch Abschieben der oberen Bodenschicht sind flache so genannte Blänken geschaffen worden, die insbesondere während der Zugzeit einer großen Zahl von Limikolen (z. B. Schnepfen) Ruheräume bieten, in denen sie nach Nahrung suchen können. Künftig wird auch wieder Auewald entstehen können, wie er in einer Flussaue typisch ist. Alles zusammen erhöht den ökologischen Wert der Lippeaue, die Zahl der hier wieder anzutreffenden Arten ist seitdem gestiegen.
Der NABU Hamm hat seit vielen Jahren angeregt, die Lippeaue durch die Herausnahme der Ufergesteine und die Wiedervernässung durch Blänken und Altarme wieder so umzugestalten, wie es zurzeit vollzogen wird. Das hat in der Regel zu ablehnenden Antworten geführt. Insofern erfüllt es uns mit Zufriedenheit und Begeisterung zugleich, dass hier endlich der richtige Schritt zur ökologischen Aufwertung des wichtigsten Wasser führenden Hammer Naturraumes unternommen wird.
Fortsetzung mit LIFE+
Eine Fortsetzung des LIFE-Programms wird zurzeit mit LIFE+ in die Wege geleitet. Dadurch werden weitere fünf Gebiete ökologisch verbessert. Die Projektpartner sind dieselben wie bei LIFE. Doch diesmal ist auch der NABU Hamm von der Stadt Hamm gefragt worden, ob wir uns eine Projektpartnerschaft vorstellen können. Natürlich konnten wir das und hätten uns auch gern beteiligt, doch hat die Stadt Hamm die Messlatte für eine solche Projektpartnerschaft eines ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Vereins so hoch gelegt, dass wir absagen mussten. Baustellenbetreuung, Anlegen von Baustellenzeichnungen, Materialbeschaffung und Baustellenüberwachung sind von Ehrenamtlern kaum leistbar! Insofern beschränkt sich die Projektpartnerschaft eines nicht behördlichen oder institutionellen Partners in Hamm wieder auf die ABU aus dem Kreis Soest.
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